Am 11. Mai auf die Straße gegen Nationalismus und Geschichtsrevisionismus

Am 8.Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht vor den Alliierten Streitkräften. Das „Dritte Reich“ war militärisch besiegt und der Vernichtung in den Lagern und dem deutschen Krieg ein Ende gesetzt.
Die deutsche Volksgemeinschaft als kollektives antisemitisches Vernichtungsprojekt wurde zurückgedrängt und der zum barbarischen Mordkollektiv verkommenen deutschen Gesellschaft die zivilisatorischen Mindeststandards einer bürgerlichen Gesellschaft aufgezwungen.
Dies bedeutete für viele Menschen das Ende von Terrorherrschaft und faschistischer Unterdrückung, Verfolgung und der drohenden Vernichtung.
Es gilt an die Soldat*innen und Partisan*innen zu erinnern, die im Kampf gegen, Wehrmacht, Waffen-SS und europäische faschistische Hilfstruppen gefallen sind, am Ende jedoch über NS-Deutschland siegten.
Das gilt es zu feiern, wie auch auch all jenen Menschen zu gedenken, die der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung zum Opfer gefallen sind.
Solange die Verhältnisse fortbestehen, die den Faschismus und die planvolle Vernichtung von Millionen von Menschen hervorbrachten, solange gilt es nicht nur gegen faschistische Tendenzen und Gruppierungen zu kämpfen, sondern gegen das, was die Deutschen zu dem Unsäglichen trieb und in in Auschwitz seinen Höhepunkt fand: Der Einpferchung der Menschen in die Zwangskollektive von Staat, Volk und Nation sowie ihrer Verwertung unter dem Kapital ist ein Ende zu setzen und stattdessen ein freier Verein freier Menschen zu errichten.
Es bleibt weiterhin wichtig, der Öffentlichkeit immer wieder in Erinnerung zu rufen, wer in dieser Zeit die „Held*innen“ waren: Jene, die als Partisan*innen oder Soldat*innen gegen die Deutschen kämpften, jene, die aktiven Widerstand geleistet haben oder sich noch im Angesichts ihrer Vernichtung wehrten.
Dies gilt besonders in Zeiten, in denen ungeniert den Mördern in der Wehrmacht und Waffen-SS als Helden gedacht wird: Ihr Kampf für das Vaterland ist nicht zu trennen von der militärischen Ermöglichung und aktiven Beteiligung an den Verbrechen. Demgegenüber dient den Deutschen heute schon der Befehl eines Lagerkomandanten, aus Kostengründen nicht auf Häftlinge zu schießen, zur Ausrede für die Nation, es habe doch Widerstand gegeben.
Im Gegenzug wurden die eigentlichen Opfer erst spät, im Fall der Opfer des Porajmos, also des Völkermords an den Roma und Sinti, erst 1982 anerkannt und beispielsweise Widerständler*innen aufgrund ihrer kommunistischen Gesinnung oder wegen ihrer Bestrebungen, auf die Täter*innenschaft der Deutschen hinzuweisen, als „Volksverräter*innen“ diffamiert.
Während vor dem 8. Mai 1945 der offene Faschismus und das Projekt, sogenanntes „unwertes“ Leben und Jüd*innen als „Gegenrasse“ zu vernichten, die Deutschen zusammenschweißte, bildete nach dem Einmarsch der Alliierten das gemeinsame Vertuschen der eigenen Verbrechen den nationalen Kitt.
Den Krieg verloren und nicht ihn begonnen zu haben war das, was die Deutschen im Wesentlichen bereuten. Gelernt hatte man aus der Geschichte insofern, sich das nächste Mal nicht erwischen zu lassen. So tritt heute häufig eine mit antisemitischen Ressentiments oder revisionistischen und relativierenden Geschichtserzählung beladene Kritik an Israel an die Stelle des offenen Antisemitismus. Israel aber ist die einzige materielle Konsequenz aus der Shoah, die bewaffnete Selbstverteidigung der Jüd*innen gegen Pogrom, Verfolgung und Völkermord. An die Stelle der mit Hitlergruß marschierenden Massen sind die Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen-Rassist*innen und die Man-wird-ja-wohl-noch-kritisieren-dürfen-Antisemit*innen getreten.

Doch wer meint, dass Dresden Auschwitz abgegolten habe oder dass doch wenigstens die 70 Jahre und die zäh ausgehandelten „Entschädigungszahlungen“ das erlaubten, was höchstens die Opfer gewähren könnten, nämlich einen Schlussstrich zu ziehen, dem muss entschlossen entgegengesetzt werden, dass die Auflösung Deutschlands noch das Mindeste gewesen wäre.
Daher: Damals wie heute, Nieder mit Deutschland!
Am 11. Mai um 18 Uhr werden wir vom Bahnhofsvorplatz in Siegburg aus durch die Stadt ziehen, um an den 8. Mai zu erinnern, gegen Geschichtsrevisionismus und Nationalismus zu demonstrieren und vor allem den Tag der Befreiung als das zu feiern, was er ist: Das Ende einer faschistischen Terrorherrschaft.
Kommt mit uns auf die Straße!





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